«Sumeva» übernimmt das Ruder in der Buvette Terrain Gurzelen Biel/Bienne

Start ab März / April 2024

Champagneallee 2
2502 Biel

Unsere neuen Buvettenbetreiber ab 2024 sind bekannt. Hier der Artikel aus dem Bielertagblatt von Mitte November 2023:

Im Bistro des ehemaligen Fussballstadions in Biel machen sich die Nachfolger bereit. Eva-Maria Berth und Sumi Sommer feilen während der Winterpause an der Wiedereröffnung des Biergartens.

 
Seit zwölf Jahren sind sie ein Paar – und beide strahlen noch wie am ersten Tag. Sumi Sommer und Eva-Maria Berth machen gemeinsame Sache: Bald übernehmen die zwei die Buvette auf der Gurzelen. Als Zeichen ihrer Verbundenheit haben die Partner ihre Vornamen zum Logo Sumeva verschmolzen und als Markenzeichen eintragen lassen.
 
Die zukünftigen Gastgeber im ehemaligen Fussballstadion waren mit Leib und Seele im Sozialbereich tätig: er 24 Jahre als Lehrer, sie 20 Jahre als Sozialpädagogin.
 
Beide arbeiteten an derselben Schule und blicken auf ein vielseitiges Berufsleben zurück: Sommer hat sich als Bauarbeiter, Brauer, Sekretär, Musiker und Tontechniker versucht; Berth war als Metzgerin, Sozialarbeiterin, Lichttechnikerin und Leiterin einer Tagesschule tätig.
Mit der Leitung der Buvette Gurzelen, die bisher von den Betreibern der Bar Pooc und dem Unternehmen Bier Bienne geführt wurde, stellt sich das Duo einer neuen Herausforderung.
Warum haben die beiden ihre vertraute Anstellung nach so vielen Jahren aufgegeben? Entscheidend war die Entwicklung im Schuldienst, den das Paar zunehmend als «Hamsterrad» empfinde, sagt Berth: «Früher war der Unterricht freier. Heute ersticken wir in Bürokratie.» Ihr Partner führt als Argument für den beruflichen Wechsel das Lebensalter ins Feld: «Wenn wir die Weichen jetzt nicht stellen, verpassen wir die Chance für eine Veränderung.»
 
Die Idee, ein Geschäft zu eröffnen, beschäftigt das Paar bereits länger. Seit einigen Jahren stellen sie ihren eigenen Essig in verschiedenen Geschmacksrichtungen her. Daneben versuchen sie sich an der Fermentierung unterschiedlicher Gemüsesorten. «Wir haben darüber nachgedacht, einen Laden in der Altstadt, unserem Wohnort, zu eröffnen. Dann hat uns ein Gespräch mit dem scheidenden Pächter des Bistros auf der Gurzelen überzeugt», erzählt Berth.
 

Ein Ort für alle

Der Standort im Stadion ist in den Köpfen der Bielerinnen und Bielern angekommen. Daher scheint das Geschäftsrisiko überschaubar. Zudem ist die Pacht auf drei Jahre befristet und sieht eine Verlängerung um ein Jahr vor – ideale Bedingungen für das Paar, das sich «Optionen für die Zukunft» bewahren möchte. So können sie ihr Konzept in einem begrenzten Zeitraum erproben. Die Lage abseits des Stadtzentrums verheisst weniger Sorgen mit der Nachbarschaft wegen Lärmbelästigung. Schliesslich profitiert der Betrieb vom Netzwerk der anderen Akteure, die den ehemaligen Fussballplatz beleben.
«Wir wollen einen Ort schaffen, der für alle offen ist», erklärt Sommer. Geplant sind Veranstaltungen und Kooperationen. Die Küche könnte verschiedenen Institutionen zur Verfügung stehen. Schulklassen sind willkommen. Die beiden wollen das Ambiente der Buvette in der bewährten Form erhalten. Als Plus soll die Gaststätte «häufiger geöffnet» sein, «wenn möglich auch im Winter». Sommer sieht ein paar Veränderungen in der Dekoration vor und wird lokale Produkte anbieten, so auch den Essig aus der eigenen Produktion.
Berth ergänzt: «Wir behalten die Biere von ‹Bier Bienne› im Angebot. Auch die einfache Küche bleibt.» Die neuen Pächter wollen «Schritt für Schritt vorgehen, Fähigkeiten entwickeln und Energie für die gesetzten Ziele einbringen». Jedenfalls fehlt es den beiden nicht an Elan. Als Allrounder ergänzen sie sich bestens, auch wenn es darum geht, überbordende Ideen des Gegenübers zu mässigen.
Ob im Lehrerberuf oder als Gastgeber: Die beiden sind beflügelt. In diesem Sinne beschreibt Sommer denn auch das Credo des gemeinsamen Projektes auf der Gurzelen: «Wir möchten mit unserer Arbeit der Gesellschaft etwas zurückgeben. Zum Beispiel Kultur zu einem vernünftigen Preis, einen Ort, der Menschen verbindet und ihnen neue Horizonte eröffnet.»
Wer im Bistro einkehren möchte, muss sich bis zum Frühjahr gedulden. Der Eröffnungstermin steht noch nicht fest, aber untätig bleiben die beiden in der Zwischenzeit nicht. «In diesen Monaten haben wir Zeit, den gastgewerblichen Fähigkeitsausweis zu erwerben, tausend und ein Formular auszufüllen, unser Konzept zu verfeinern und verschiedene Rezepte auszuprobieren», verrät Berth.
 

Familien, Punks und Mitarbeiter von Swatch Group als Gäste

«Eine tolle Erfahrung». So das Fazit von Daniel Trignani alias Trini und Eveline Stucki, die bis Ende September die Buvette an der Gurzelen bewirtschaftet haben. Die beiden, die auch die Bar Pooc und den Laden Bier Bienne betreiben, kennen sich mit Getränken aus. So konnten sie ihr ehrgeiziges Ziel verwirklichen, im ehemaligen Fussballstadion einen echten Biergarten einzurichten, was mit der Aussenbestuhlung vor dem «Pooc» nicht möglich war. Die «Gurz» sei ein Ort, an dem sich «Familien, Punks und Mitarbeiter von Swatch Group» in freundschaftlicher Atmosphäre begegnen. Eine Küche zu betreiben, war für Trignani «eine grosse Lernaufgabe». Die Logistik war dabei eine Knacknuss, denn die Besucherzahl hing wesentlich vom Wetter ab. «Es kam immer wieder vor, dass wir Lebensmittel verkauft oder verteilt haben, damit wir sie nicht wegwerfen mussten», sagt Stucki.
Trotz dieser Herausforderung hat das Paar Ideen entwickelt, wie ein kulinarisches Angebot in Zukunft aussehen könnte. Ein aktuelles Projekt bestehe allerdings nicht: «Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen», bestätigt Trignani.
Der auf drei Jahre befristete Vertrag sei etwas kurz bemessen, bemerkt der ehemalige Gastwirt auf der Gurzelen: «Es gilt abzuwägen, in eine Infrastruktur zu investieren, wenn man weiss, dass man nicht lange bleiben wird.» So mussten die Betreiber auf die Verlängerung des Dachs zum Schutz der Gäste vor Regen verzichten. Immerhin konnten die scheidenden Gastgeber die Kücheneinrichtung an das neue Pächterpaar weiterverkaufen. Und denen wünschen die Ehemaligen nur das Beste: «Wir sind sehr gespannt und freuen uns darauf, als Konsumenten auf die Gurzelen zurückzukehren», sagt Stucki. Sie werde sich «wie zu Hause» fühlen, denn mit dem bisherigen Biersortiment wird ihre Geschichte fortgeschrieben.
 

Provisorium wird noch dauern

Wer auf dem Gurzelen-Areal ein Projekt betreibt, hat die Vergänglichkeit des Ortes im Blick. Das Gebiet ist nämlich Schwerpunkt der Bieler Stadtentwicklung. So werden um das ehemalige Fussballstadion an der Blumenstrasse bald Genossenschaftswohnungen und Gewerberäume entstehen. Und was geschieht mit dem kreativen Raum auf der Gurzelen, der seit 2017 der Bevölkerung zur Verfügung steht? Florence Schmoll, Leiterin Stadtplanung: «Es gibt derzeit keine konkreten Überlegungen.» Mit anderen Worten: Die Zwischennutzung hat noch gute Jahre vor sich. Trotzdem ist eine dauerhafte Übertragung an den Verein Terrain Gurzelen kein Thema, auch wenn die Stadt eine positive Bilanz der aktuellen Lösung zieht.

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